Der deutsche Autofahrer ist bekannt für seinen Leidenschaft beim Autowaschen, die längen Schlangen an den Waschstraßen an Wochenenden oder zu Saisonwechsel sprechen für sich selbst. Doch schon so mancher Autofahrer hat es mit seinem Enthusiasmus deutlich übertrieben, dem Fahrzeug mehr geschadet als genutzt. Prinzipiell gilt, dass beim Autowaschen möglichst viel Wasser verwendet werden sollte und scharfe Putzmittel gemieden werden müssen, um Lack, Kunststoff und Chromteile nicht zu beschädigen. Der Laie sollte beim Autowaschen auch sicherheitstechnisch relevante Teile nicht bearbeiten, da die meist empfindliche Technik schnell in Mitleidenschaft gezogen wird.
Je nach Saison gelten fürs Autowaschen unterschiedliche Kriterien, so stellt im Sommer das Chinin der Insekten ein großes Problem dar. Da dieses sehr schwer zu entfernen ist, versuchen manche Autofahrer die geplatzten Panzer unter Verwendung von Stahlwolle oder Ähnlichem abzukratzen und vergessen dabei, dass sie den Lack auf Dauer unwiderruflich zerstören. Es gibt im Handel spezielle Produkte, die das Chinin lösen, ein Tipp von Autoreinigungsunternehmen ist die Verwendung von Spülmittel. Allerdings ist der Gebrauch von Spülmittel nicht generell beim Autowaschen sinnvoll, da im Anschluss eine neue Schutzschicht, am besten in Form von Wachspolitur, auf den Lack aufgebracht werden muss. Der Winter straft den Autofahrer mit Salzkrusten, die nicht nur unschön aussehen, sondern im Gegensatz zum Chinin den Lack des Fahrzeuges dauerhaft schädigen. Sinnvoll ist in dieser Jahrszeit das regelmäßige Autowaschen mithilfe einer Waschstraße, die auch Unterbodenwäsche im Programm hat, da sich das Salz in jeder Ritze des Fahrzeuges, eben auch am Unterboden, festsetzt. In diesem Bereich sind selbst in Zeiten von Kunststoffchassis noch viele Teile, die rostanfällig sind wie zum Beispiel der Auspuff.
Nicht gerade beliebt beim Autowaschen ist die Reinigung der Felgen und sichtbaren Teile der Bremsanlage. Da die Bremsscheiben sehr heiß werden, brennt Bremsstaub schnell ein und lässt sich danach extrem schlecht wieder entfernen, die im Handel erhältlichen Produkte sind in vielen Fällen leicht ätzend und oftmals muss mechanisch nachgeholfen werden. Auch wenn die Bremsen an den sichtbaren Teilen gereinigt wurden, besteht keine Gefahr einer Beeinträchtigung der Bremswirkung. Die Anlagen sind so ausgelegt, dass Seifen oder Öle nicht in den Bremskreislauf eindringen können, eventuell vorhandenen Schmierschichten auf den mechanischen Teilen verbrennen nach einigen Bremsvorgängen vollständig. Unmittelbar nach dem Autowaschen sollte der Fahrer seinen Bremsen zwei- bis dreimal auf freier Strecke betätigen, danach ist die volle Bremswirkung wieder hergestellt.